US-Werk im Aufwind

Dank guter Auftragslage baut der Blechspezialist Graepel sein US-Werk aus. „Well done“ hieß es vom Gouverneur des Bundesstaates Nebraska zur Feier des ersten Spatenstichs Mitte März. 

Es ist nicht der erste Ausbau, doch dieses Mal langt Graepel so richtig zu: Auf über 8.000 m2 Produktionsfläche wird das Werk erweitert. „Damit verdoppeln wir unsere Kapazität in den USA“, freut sich Carlo Graepel, der mit seinem Bruder Felix die Friedrich Graepel AG mit Sitz in Löningen führt. 

In 2006 wagte der Familienbetrieb den Sprung in die Staaten. Von An-fang an dabei ist Mark Zumdohme. Der Lastruper fing als Dualer Student bei Graepel an und witterte seine Chance. President & CEO von Graepel North America steht heute auf seiner Visitenkarte. „Aktuell zählen wir 50 Beschäftigte“, berichtet er. Was aus dem einstigen Ein-Mann-Verkaufsbüro entstand, ist zu großen Teilen sein Verdienst. „Mit der Erweiterung erhöhen wir die Belegschaft um 30 Prozent“. Über-wiegend beschäftige man „Locals“. Acht Kolleginnen und Kollegen aus den Werken in Löningen und Seehausen/Altmark haben den Auf-bau in Omaha längerfristig unterstützt. Gefragt sind vor allem Metallberufe.

Vollproduktion in den USA

In Amerika ging es zunächst „nur“ darum, US-Kunden zu gewinnen. Der Standort war klug gewählt: Omaha gilt als „Tor des Westens“ und liegt nahe der wichtigen Zentren des amerikanischen Fahrzeugbaus. Auch das Investitionsklima ist günstig, Firmenansiedlungen sind will-kommen. Zunächst lieferten die deutschen Werke die Produkte zu. Dann übernahm man erste Fertigungsschritte. Heute ist das Werk in der Lage, komplette Aufträge zu produzieren. Meist geht es um Bautei-le für amerikanische Sportwagen, Trucks und Landmaschinen. „Die deutsche Wertarbeit wird geschätzt“, betont Carlo Graepel. „Vor allem aber die technische Kompetenz, die wir bieten“.

Eine Domäne Graepels sind Lochbleche für die Belüftung „sauberer“ Motoren. Auch fertigt man Strukturbauteile, mit denen sich Material einsparen lässt. Ein weiterer Bereich sind Produkte für die „Sicherheit unter den Füßen“. 

Graepel sei der erste Hersteller der Branche, der Fertigungsstätten auf drei Kontinenten betreibe, hieß es vom Vorstand. Das Werk in Indien ging 2021 in Betrieb. Die Auslandswerke haben allerdings nur den kleineren Anteil am Gesamtunternehmen, das mit rund 800 Beschäftigten rund 100 Millionen Euro Jahresumsatz erwirtschaftet.

Die heimischen Werke machen ebenfalls Fortschritte, stellen neue Arbeitskräfte ein. Produktion, Vertrieb und Logistik an den Standorten Löningen und Seehausen/Altmark werden verfeinert. Aktuell dreht sich vieles um die Herausforderungen durch Corona und den Ukraine-Konflikt. Themen übrigens, die bei Graepel in Nordamerika kaum eine Rolle spielen. 

Bildunterschrift: Freuen sich über die Werkserweiterung: Mark Zumdohme mit Frau Heike sowie Pete Rickets, Gouverneur des Bundesstaates Nebraska (v.l.n.r.) (Foto: Graepel)

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