Vom Boden an die Wand – Prima Klima in Barcelona

Einen cleveren Gestaltungsansatz wählte ein Architektenteam in Barcelona: Für die neue Zentralverwaltung der Regierung hängten sie Graepelroste an die Fassade. Effizienz lautete die Maßgabe des Objekts - das Ergebnis ist eine Augenweide.

Mit dem Neubau will die katalonische Regierung in den nächsten 20 Jahren 80 Millionen Euro einsparen. Bislang verteilte sich der Verwaltungsapparat auf 17 Liegenschaften. Die Zusammenlegung von Ministerien und Verwaltungsstellen soll nicht nur Kosten sparen, sondern auch die Dienstleistung für den Bürger verbessern. Für Anfang 2020 ist der Einzug in das landesweit einzigartige Behördenzentrum geplant.

Das aus zwei Teilen bestehende, sechsgeschossige Gebäude liegt unmittelbar neben dem Messegelände von Barcelona, im Vorort Hospitalet de Llobregat. Es verfügt über einen eigenen Anschluss an die U-Bahn, um den Verkehr der Millionenstadt zu entlasten. Rund 2.600 Beamte der Generalität de Catalunya werden einziehen.

Bäume im Inneren
Ihnen stehen 46.000 m2 zur Verfügung, dazu eine Veranstaltungs- und Kongresshalle nebst Restaurant. Eine Besonderheit stellt nicht nur der 3.000 m2 umfassende „grüne“ Innenhof dar: Besucher dürften zuerst über die weitläufige Eingangshalle stauen, die mit hohen Bäumen bepflanzt ist. Ähnliche Konzepte kennt man bislang nur von den Trend-Filialisten des Einzelhandels.

Hier zeigt sich wohl am deutlichsten, dass die Katalanen intensiv ums Klima (im Inneren) bemüht sind: Eine stimmige Balance von Licht, Luft, Feuchte und Temperatur stand für das Büro Batlle i Roig Arquitectes aus Barcelona im Fokus der Konzeption. Das sieht und spürt man auf Anhieb: Das Gebäude wirkt lichtdurchflutet und transparent, und ebenso präsentieren sich Entree, Büros und Außengelände. Wohlbefinden ist immer auch - oder zunächst - eine Frage der Optik.

Ein wesentlicher Einflussfaktor auf das Mikroklima im Gebäude stellt die Sonne dar. Obwohl in Barcelona vergleichsweise milde Temperaturen herrschen, ist der Einstrahleffekt erheblich. Auch Objektbauer hierzulande setzen sich in Anbetracht zunehmender Sonnenstunden und Temperaturen mit dieser Thematik auseinander.

Nicht weniger als 2.600 Graepelroste bilden das Hauptelement, mit dem der Sonneneinfall in das vollverglaste Gebäude auf ein berechnetes Maß heruntergebrochen wird. Graepelroste sind Blechprofilroste mit einer besonderen Sicherheitsprägung. Eigentlich und vornehmlich sind sie als Bodenbelag für den Außenbereich gedacht. Allerdings wurden nicht wenige Objekte bereits auch im Inneren damit ausgestattet, etwa der Bonner Posttower.

Roste definieren Lichteinfall
Die in Barcelona verbauten Elemente wurden mit Abstand senkrecht vor der Glasfront montiert. Als optischer Clou hat man sie um wenige Grad in der Hochachse verdreht angesetzt - die Richtung gaben Sonne und Blickachsen vor. Jeweils 400 mm breit und 3728 mm lang sind die Elemente aus lackiertem Stahl. Schräg abgekantet, passen sie exakt in den Fassadenvorsprung.

Ein simpler, aber effektiver Ansatz: Der Sonneneinfall ist reglementiert, die Sichten aus dem und in das Gebäude ebenso. Nebenbei ist ein guter Schutz vor Einbruch und Vandalismus gegeben. Preiswert ist die Materialwahl allemal: Die Roste sind als Meterware mit Längen bis 6000 mm erhältlich. Die verwendete Prägung ist als Graepel-Lichtprofil beim Hersteller gelistet. Der freie Querschnitt beträgt rund 75 Prozent; ein größerer ist selbst mit anderen Prägungen nicht möglich. Auf ein individuelles CNC-Prägebild verzichtete der Auftragnehmer, sonst ein Highlight im Programm des Lieferanten.

Ein niederländisches Büro hat übrigens mit dem Delfter Data-Center ein ähnliches Projekt realisiert. In Deutschland gibt es mit dem Militärhistorischen Museum im Dresden ebenfalls eine bemerkenswerte Referenz.

Dank zahlreicher weiterer Maßnahmen, die allesamt dem Umweltschutz, der Arbeitsergonomie sowie der energetischen Optimierung dienen, konnten sich die Beteiligten bereits über die in Spanien begehrten Auszeichnungen „WELL“ und „LEED Platinum“ freuen. Angesichts zunehmender Klimaeffekte dürften Projekte wie dieses in Zukunft wohl häufiger realisiert werden. Eine Bereicherung für Objektbau, Stadtkultur und Nutzerschaft wären sie allemal.

Graepel News - Vom Boden an die Wand
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